Camping mit dem Wohnmobil – TOP TIPPS

Die verschiedenen Camping Varianten mit dem Wohnmobil

Einmal ein Fahrzeug unter vielen Angeboten an spitzen Womos ausgesucht und auf den Straßen Europas unterwegs, stellt sich irgendwann allen Camping Urlaubern die Frage nach dem geeigneten Schlafplatz. Zur Wahl stehen traditionsgemäß entweder Campingplätze verschiedener Güteklassen oder (überwachte) Stellplätze. In vielen Ländern ist es an vielen Orten aber auch gestattet sich mit seinem Fahrzeug freistehend in die Landschaft zu platzieren – das sogenannte autarke Stehen.

Der Klassiker – Campingplätze

Auf einem Campingplatz, der oft in einer grünen und ruhigen Umgebung liegt, gibt es eine Rezeption und gemeinschaftliche Sanitäranlagen – oftmals auch Gemeinschaftsküchen. Hier verfügt der Camper nicht über Stellplätze sondern über eine Parzelle. Das ist das eigene Stückchen Land, das dem Besucher für seinen Campingaufenthalt zur Verfügung steht.  Strom- und Wasseranschlüsse befinden sich in der Regel an jeder Parzelle.

Bezüglich der Platzgröße ist nach oben keine Grenzen gesetzt: Einige große Campingplätze wirken wie eine kleine Freizeit-Stadt ganz für sich. Dort findet man von Schwimmbädern über Minigolfanlagen und kompletten Ferienprogrammen für Kinder auch Bowlingbahnen und Bars für die Erwachsenen. Für den täglichen Bedarf sind Gemischtwarenläden in solchen Anlagen häufig Teil der Ausstattung.

Der zentrale Vorteil eines Campingplatzes ist diese Art der großzügigen Ausstattung. Sie sind angekommen und haben Ihr Revier auf den, zum Teil sehr großen, Parzellenplätzen mit Fahrzeug samt Vorzelt oder Markise aufgebaut, können Sie sorglos einen kompletten Campingurlaub entspannt verbringen. Darüber hinaus sind die Sanitären Anlagen auf einem Campingplatz meist komfortabler als im Wohnmobil. Festgeschriebene Platzregeln und unausgesprochene Gepflogenheiten, beispielsweise in Bezug auf die Ruhezeiten, sorgen für Ordnung und ein gutes Miteinander.

Rein theoretisch ist ein Campingplatz für einen Dauerurlaub über das komplette Jahr hinweg geeignet. Viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, diverse Unterhaltungseinrichtungen und persönliche Ansprechpartner runden die Vorteile eines Campingplatzes ab.

Wie setzt sich die Sternebewertung der Campingplätze zusammen?

Campingplätze unterziehen sich neben den staatlichen Kontrollen durch TÜV und weitere Ämter (z. B. Gesundheitsamt bei Campingplatzeigener Bewirtung) auch freiwillig Klassifizierungen durch verschiedene Camping-Organisationen und Verbänden, um den Wert ihrer Anlage in jährlichen Rankings präsentieren zu können.

Ein Beispiel für eine solche unabhängige Bewertung ist die Sterne Klassifizierung durch den Bundesverband der Campingwirtschaft e.V. Campingplätze die mit den offiziellen Sternen der BVCD/DTV Klassifizierung werben, bieten laut Aussage des Verbands geprüfte Qualität in den folgenden Bewertungskategorien:

  • Rezeption und Service:
    Größe, Erreichbarkeit, Infomaterial, Fremdsprachen, Beratung, Einlasskontrolle, Service, Gastronomie, Verkauf.
  • Sanitär:
    baulicher Zustand, Wände und Fußboden gefliest, Waschbecken, Duschen mit Warmwasser, WC-Ausstattung, Raumklima, Beleuchtung, Sauberkeit, Wäschetrockner, Waschmaschinen, Kochgelegenheit, Sanitäreinheit für Rollstuhlfahrer, Entsorgung
  • Standplätze:
    verfügbare Gesamtfläche pro Standplatz, Stromanschluss, „Schnittstelle“ Frisch- und Abwasseranschlüsse für Caravans und Wohnmobile, Gliederung des Campingplatzes, Einordnung der Standplätze, Gruppen-Zeltwiese, Hauptwege, Gesamtzustand der Standplätze und Wege.

Anhand dieser Kategorien werden dann Ein bis Fünf Sterne für die Freizeitanlagen vergeben. Von „Einfach“ (1 Stern) zu „Zweckmäßig“ (2 Sterne) im unteren Wertungsbereich können besser ausgestatte Plätze mit „Komfortabel“ (3 Sterne), „Erstklassig“ (4 Sterne) bis hin zu „Exklusiv“ (5 Sterne) ausgezeichnet werden. Diese Plätze warten dann mit einem atemberaubenden Camping Gesamteindruck in Ausstattung, hochwertigster Qualität und bestem Service auf.

Die verschiedenen Arten von Stellplätzen

Sogenannte Stellplätze sind normalerweise ganz gewöhnliche Parkplätze. Diese sind mit speziellen Schildern ausgewiesen, die die Campingübernachtungen im Wohnmobil erlauben. Solche werden in der Regel von der Gemeinde, Privatpersonen oder spezialisierten Unternehmen angeboten. Die Kosten hierfür belaufen sich meist auf  eine kleine Gebühr, viele sind sogar gratis. Oft bieten diese Stellplätze Anschlüsse für Strom und Wasser, manchmal auch ein WC oder eine Frischwasserversorgung. Fallen Gebühren an, bezahlen Sie diese üblicherweise an Automaten. Eine besetzte Rezeption gibt es selten.

Viele Übernachtungsmöglichkeiten für Camper sind nicht durch eine Begrenzung wie einen Zaun oder eine Mauer umschlossen, dafür gibt es auch keine festen An- oder Abreisezeiten. Außerdem sind sie in der Regel nur für kurze Aufenthalte geschaffen und manchmal sogar auf eine Übernachtung begrenzt. Wissenswerter Tipp: Einige Campingplätze bieten zusätzlich zum eigentlichen Gelände weitere Plätze außerhalb. Diese sind dann oft kostengünstiger zu haben. Ein großer Vorteil von Camping-Stellplätzen ist somit die Flexibilität. Wenn es keine Rezeption gibt entfällt auch der Papierkram bei der Anmeldung. So kann man auf dem Stellplatz jederzeit kommen und gehen.

Kennen Sie den Unterschied zwischen offiziell und inoffiziell. Offizielle Stellplätze bieten Ihnen eine Ausstattung mit dem nötigsten, dass bedeutet das sie oft nicht über Anschlüsse für Strom und Wasser hinausgehen. Dafür sind sie flexibler und preislich wesentlich billiger als Campingplätze jeder Kategorie. Ein nicht offizieller Stellplatz ist ganz einfach jeder gewöhnliche Parkplatz, sei es in der Seitenstraße eines Industriegebiets oder an einem abgelegenen Strand. Hier im eigenen Fahrzeug zu übernachten ist von Gesetzes wegen nicht unbedingt verboten und vom Reiseland abhängig. Inoffizielle Stellplätze bieten zwei entscheidende Vorteile – zum einen sind sie kostenlos und zum anderen können Sie frei wählen, denn sie sind beinahe überall zu finden.

Weitere interessante Ausführung lesen im Folgenden

Der größte Nachteil des autarken Campings ist, dass naturgemäß jegliche Ausstattung für Camper fehlt. Außerdem gilt zu beachten, dass selbst wenn Übernachtungen im Auto offiziell erlaubt sind, es durchaus möglich ist, dass ein Anwohner sich vom Camping gestört fühlt und morgens oder mitten in der Nacht ans Fenster klopft. Es gibt, gerade außerhalb der europäischen Union, auch oft Stellplätze die den Spagat zwischen Campingplatz und Stellplatz versuchen. Umzäunt, nach außen hin videoüberwacht und mit Rezeption aber ohne das zusätzliche Freizeitangebot.

Frei stehen in Frankreich und Skandinavien

Das autarke Camping, auch oft Wildcamping genannt, bietet ihnen viele Freiheiten und besondere Momente in der „wilden“ Einsamkeit. Hier sollten einige Regeln und Gesetzte beachtet werden. In vielen Ländern ist das freie Stehen entweder komplett verboten oder nur stark eingeschränkt möglich. Oft wird Camping an falscher Stelle dann mit teuren Bußgeldern geahndet. Doch zum Glück gibt es auch Ausnahmen. Wer die Reise abseits von Camping- und Stellplätzen genießen möchte, sozusagen Natur pur erleben möchte, sucht sich das richtige Reiseland aus. Zu diesen Ausnahmen gehören zum Beispiel Frankreichs Atlantikküste, Schottland und Skandinavien.

Echtes Naturcamping in Schottland

Schottland ist eines der wenigen Länder in Europa, das Wildcamping ausdrücklich erlaubt. Im „Scottish Outdoor Access Code“ werden die Regeln für autarke Camper genau geregelt. Eine grundlegende Pflicht ist: Sobald Sie auf einem privaten Gelände zu nächtigen gedenken, muss die Erlaubnis des Landbesitzers eingeholt werden.

Wildcamping in Norwegen, Schweden und Finnland – erlaubt durch das „Jedermannsrecht“

In Skandinavien gilt das sogenannte „Jedermannsrecht“. Dies ist eine Regelung aus dem sogenannten „Gesetz über das Leben im Freien“ und gestattet jedem das Übernachten im Freien. Allerdings sollte man sich wie immer an gewisse Einschränkungen halten. Unerlaubte Orte wie agrarwirtschaftlich bestellte Felder oder Naturschutzgebiete sollten gemieden werden. Denn dort ist nicht nur das übernachten, sondern in der Regel auch die Einfahrt überhaupt untersagt. Nutzen Sie lieber die gekennzeichneten Parkflächen für ihr Camping Erlebnis.

Tipps für das Camping

Eine grundsätzliche Regel lautet: Hinterlassen sie alles so, wie sie es vorgefunden haben. Nehmen sie Ihren Müll wieder mit und greifen sie nicht in die Pflanzen und Tierwelt ein. Genauso wie der Natur, sollten sie auch Anwohnern gegenüber mit dem gebührenden Respekt begegnen. Möchten sie innerhalb von 150 Metern zum nächsten Wohnhaus einen Übernachtungsplatz zum Camping nutzen, muss dort um Erlaubnis gebeten werden. Offenes Feuer sollte sich auf das Kochen beschränken und eigentlich logischerweise, nicht in der Nähe von Wäldern entzündet werden. Brechen Sie einen oder mehrere dieser Grundsätze, drohen in Skandinavien besonders schmerzhafte Bußgelder.

Autarkes Camping

Die offene Regelung für das autarke Camping beschränkt sich im Übrigen nicht nur auf die drei großen Nordländer. Auch in Lettland, Litauen und Estland ist das freie Stehen mit Wohnmobil fast überall gestattet. Mit dem Wohnmobil entlang der Atlantikküste in Frankreich frei zu stehen bietet ein komplett anderes Lebensgefühl als auf den großen Campingplätzen zu stehen. Trotzdem ist autarkes Camping in Frankreich auch grundverschieden zu den liberalen Regelungen in den Skandinavischen Ländern. Denn Frei stehen mit dem Wohnmobil in Frankreich ist seit dem September 2015 grundsätzlich nicht mehr erlaubt und kann wie in vielen anderen Ländern empfindliche Strafen nach sich ziehen. Eine Nacht am Strand kann dann gerne auch bis zu 1500 € kosten.

Allerdings gibt es seit gültig werden des neuen Gesetzes mittlerweile in vielen Orten ausgezeichnete Stellplätze die trotzdem sehr wild und uneingeschränkt geblieben sind. So findet man in fast jedem kleinen Dorf einen ausgewiesenen Camping Stellplatz. Es gibt allerdings aber auch immer mehr Parkplätze in Frankreich die durch Hinweisschilder für Wohnmobile verboten wurden. Möchte man auf diesen übernachten, beispielsweiße um die Fahrtauglichkeit wiederherzustellen ganz ohne typisches „Camping Verhalten“, ist dies grundsätzlich gestattet. Aber Vorsicht: Wir raten Ihnen dringend davon ab trotz der Verbotsschilder auf diesen Plätzen zu stehen beziehungsweise zu übernachten. Denn die französische Polizei versteht dahingehend keinen Spaß, solche Plätze werden gerne und oft kontrolliert und auch Anwohner oder der örtliche Parkplatz Betreiber sind sicherlich nicht erfreut, wenn Sie trotz des Camping Verbots an diesen Orten stehen! Auch wenn Sie grundsätzlich im Recht sind kann Ihnen so ein Gespräch mit dem „Dorfsheriff“ schnell den Urlaub versauen.

Abschließend

Insgesamt kann man aber sagen, dass autarkes Camping in Frankreich immer noch sehr gut möglich ist. Vielleicht sollten Sie Ihr Wohnmobil nicht gerade mitten vor dem Eiffelturm parken, aber ansonsten bieten sich unzählige einfache Möglichkeiten in der Natur und in vielen Städten, frei und kostenlos zu übernachten.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen viele wertvolle Tipps bezüglich den Themen Camping / Campingplatz und Camping mit dem Wohnmobil mit auf den Weg geben. Bitte wenden Sie sich an uns, wenn wir Ihnen ein individuelles Angebot bezüglich eines neuen Wohnmobils unterbreiten können. Werden auch Sie Camper und genießen Sie Ruhe im Einklang mit der Natur! Suchen Sie eine Campingplatz für Ihre nächsten Urlaub? Dann klicken Sie hier: Campingplatzauswahl mit Bewertung vorheriger Urlauber.

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